Einen Dino suchen und ausgraben

Dinoforscherin

Das ist Samay. Samay war vor kurzem in einem Dino-Museum und sie hat viele riesige Skelette von Dinosauriern gesehen. Auf einem Bild im Museum war zu sehen, wie Dino-Forscher einen Dino aus der Erde ausgebuddelt haben.

"Das könnte ich ja auch mal versuchen", denkt sie sich. "Einen eigenen Dino finden, hier in meiner Umgebung, bei meiner Stadt. Nur wie fange ich das an ? Wo suche ich zuerst ? Ich frage mal meinen Papa."

Oje, der weiß das auch nicht so genau, wo man einen Dino finden könnte.

"Aber wir fahren morgen in die Lüneburger Heide zu meinem Freund Klaus, du kannst ja deine Schaufel mitnehmen", sagt er.

Gesagt, getan. Am nächsten Morgen geht es los. Bald sind Samay und ihr Papa bei Klaus angekommen. Klaus ist Bauer und wohnt auf einem grossen Bauernhof. Samay fragt, ob sie ein bisschen buddeln darf und nimmt sich dann ihre Schaufel und geht hinter dem Hof auf das Feld.

Es geht los, erst schaufelt sie ein bisschen Muttererde weg und etwas tiefer kommt Sand. Bald stößt sie auf etwas Hartes. Ein Dinoknochen ?
Sie gräbt weiter, aber es kommt nur ein kleiner runder roter Stein zum Vorschein. "War wohl nichts", denkt sie sich.

Da kommt Klaus. "Was suchst du eigentlich ?", fragt er. "Dinoknochen", sagt Samay. "Uiih, Dinoknochen," antwortet Klaus, "ich glaube, da wirst du hier bei mir in der Lüneburger Heide kein Glück haben."

Bauernhof
Gletscher

"Warum denn nicht ?", will Samay wissen. "Na, der ganze Sand, die vielen runden Steine", sagt Klaus, "die sind während der letzten Eiszeit hierher gekommen. Hier waren vor ein paar Tausend Jahren noch ganz hohe Eisgletscher, viel höher als Häuser waren die. Und in dem Gletschereis waren Sand und Steine verteilt. Das Eis ist irgendwann abgeschmolzen und der Sand und die Steine sind hier liegen geblieben."

"Jetzt muss ich erst mal nachdenken", sagt Samay, und überlegt: "Dinos haben doch nicht auf Gletschern gelebt und überhaupt, Dinos sind doch schon viele Millionen Jahre ausgestorben und Klaus sagt, dass der Sand und die Steine erst ein paar Tausend Jahre hier liegen. Da stimmt doch was nicht. Vielleicht muss ich erst mehr 'rauskriegen, wo man Dinos findet. Hier kann man wohl keine ausgraben."

Am nächsten Tag fahren Samay und ihr Papa zurück nach Hause. Papa sagt: "Im Museum war doch zu sehen wie die Dino-Forscher die Dinos aus Steinen freigelegt haben. Am Wochenende machen wir einen Ausflug in den Harz auf den Brocken. Da gibt´s Steine ohne Ende. Dort können wir es ja noch einmal versuchen."

Am Sonntag sind sie am Brocken angekommen. Samay hat sich vorgenommen jeden Stein und jede Felswand ganz genau anzugucken. Vielleicht schaut ja irgendwo ein Stückchen Knochen heraus. Und richtig, überall liegen Steine herum, manchmal zugewachsen, aber einige sind auch ganz blank. Ein wenig fleckig sehen die Steine aus. Aus lauter grauen, gelben und weißen Körnern scheinen sie zu bestehen. Aber so lange sie auch guckt, ein Stück Knochen kann sie nicht finden. Vielleicht hat sie einfach nur kein Glück.

Brocken
Steinbruch

Die beiden kommen an eine Abzweigung. Da steht ein Schild, darauf steht: STEINBRUCH. "Oh bitte, können wir da hingehen ?", fragt Samay. "Ich glaube, das ist zu gefährlich", sagt Papa. Aber da kommt auch schon ein Steinbrucharbeiter. "Sie dürfen hier nicht lang", sagt er, "hier fahren große Maschinen. Was wollen Sie denn hier ?"

"Wir suchen Dinoknochen", sagt Samay. Da lacht der Arbeiter. "Hier ? Hier gibt´s keine Knochen," sagt der Mann, "die Steine hier heißen Granit, der ganze Brocken ist aus Granit. Das war früher mal geschmolzenes Gestein aus dem Innern der Erde. So ähnlich wie in einem Vulkan, nur ist das geschmolzene Gestein in der Erde stecken geblieben. Außerdem", sagt der Mann, "ist der Brocken 300 Millionen Jahre alt. Ich glaube, da gab es noch gar keine Dinos."

"Da muss ich mal in einem Buch nachgucken, aber danke schön", sagt Samay und geht mit ihrem Papa davon. Aber schon wieder war das ein erfolgloser Dino-Such-Tag. Wo soll man bloß Dinos suchen ?

Jetzt hatte Samay schon zweimal Pech gehabt, weil sie nicht wusste, wo sie suchen sollte. Jetzt schaut sie in einem Buch nach, wann die Dinosaurier gelebt haben. In der TRIAS soll es die ersten Dinos gegeben haben, steht da. TRIAS, was ist denn TRIAS ? Und die meisten und größten Dinos gab es in der JURA und in der KREIDE. Kreide braucht man doch für die Schultafel. Was soll das denn bedeuten ?

Diese Wörter haben sich Geologen ausgedacht, um ein wenig Ordnung in die lange Zeit der Erdgeschichte zu bekommen. So wie es für Menschen Begriffe wie Kindheit, Jugend und Erwachsenalter gibt, gibt es auch Begriffe für das Alter der Erde, zum Beispiel eben das KREIDE-Zeitalter.
Auf dem Bild nebenan kannst du ein paar Zeitbegriffe der Geologen sehen. Nach der Dinozeit kam die Zeit der Säugetiere. Es gab zwar auch schon ein paar kleine Säugetiere während der Dinozeit, aber erst nachdem die Dinos ausgestorben waren, konnten sich die Säugetiere richtig entwickeln. Die Zahlen stehen für Millionen Jahre vor heute.

Zeitleiste
Tyrannosaurusschädel

Der Tyrannosaurus zum Beispiel lebte in der KREIDE-Zeit. Stellen wir uns vor, ein Tyrannosaurus geriet einmal in einen Sumpf, ging unter und ertrank. Natürlich sind auch der Sand und der Schlamm im Sumpf aus der KREIDE-Zeit. Der Sand wurde immer fester und irgendwann zu Sandstein. Vom Tyrannosaurus blieben nur die Knochen und auch die wurden langsam zu Stein.

Die Knochen des Tyrannosaurus der Kreidezeit liegen also in einem Sandstein der KREIDE-Zeit. Wenn man heute einen Tyrannosaurus ausgraben will, dann muss man ein Gestein finden, das aus der KREIDE-Zeit ist. In einem Gestein aus der TRIAS-Zeit kann man nie einen Tyrannosaurus finden.
Wie kann Samay aber herausfinden wie alt die Steine in ihrer Umgebung sind ?

"Ich weiß", sagt Samay, "in meinem FEMO-Heft ist eine Karte. Da steht drauf, wo man Steine aus der KREIDE-Zeit findet." Und tatsächlich: überall auf einer Karte im FEMO-Heft kann man grüne Flecken sehen und "kro" oder "kru" steht dann daran. "kro" und "kru" sind Abkürzungen für die KREIDE-Zeiten und die Farben auf der Karte sind immer grün. Die echten Steine sind natürlich nicht grün, die können rot oder weiß oder gelb sein. Auch in Salzgitter, wo Samay wohnt, ist überall grün.

"Mann, es war immer vor meiner Haustür", denkt sich Samay und geht zu den weissen Felsen, die nicht weit von ihrem Haus stehen. Jetzt guckt sie aber ganz genau, eine Stunde lang. Eine Studentin kommt an ihr vorbeigefahren. "Hast du etwas verloren ?", fragt sie. "Nein, ich will einen Tyrannosaurus aus der KREIDE-Zeit finden", antwortet Samay, "die Steine sind aus der KREIDE-Zeit."

"Ja, aber", sagt die Studentin, "das hier sind doch Kalksteine, die im Meer abgelagert wurden. Hier war früher ein Meer und kein Land. Dein Tyrannosaurus hat doch nicht im Meer gelebt."

Beispielkarte

Meer in Norddeutschland
JURA-Meer in Norddeutschland


Plateosaurus
Plateosaurus

"Kann das wahr sein ?", fragt sich Samay. "Aber hier ist Land, wie soll denn hier einmal Meer gewesen sein ?", fragt sie die Studentin. "Die Erde bewegt sich eben langsam", antwortet die Studentin, "so langsam, daß wir Menschen das gar nicht mitbekommen. Aber über viele Millionen Jahre kann die Erde soweit runtersinken, daß das Meer das Land überschwemmt, so wie heute die Ostsee überschwemmtes Land ist."

"Keine Dinos hier zu finden ?", fragt Samay. "In der KREIDE-Zeit und JURA-Zeit und war die Gegend hier fast immer überschwemmt. Höchstens Fischdinosaurier könntest du finden."

Oje, das sieht nicht gut aus für Samay. Aber es gibt doch ein paar Lichtblicke in Norddeutschland. Es gibt in der Nähe Funde von Landdinosauriern, einmal in Halberstadt am Harz und dann in der Nähe von Hannover. In Halberstadt hat man PLATEOSAURUS gefunden. Der lebte in der TRIAS-Zeit, die Zeit, in der die ersten Dinos entstanden.
Bei Hannover am Steinhuder Meer hat man große Dinosaurierspuren, Fußabdrücke, aus der KREIDE-Zeit gefunden, also auch da war mal Land. Nur Dinos selbst hat noch keiner entdeckt.

 
FEMO-Logo FEMO-Schriftzug